Wie fing es mit „Gemeinsam für Leipzig“ an?

Die Idee hatte Norman Müller. Er kam aus den alten Bundesländern, arbeitete hier für eine große Autofirma. Seine Idee war Netzwerke aufzubauen, damit man die Autos kaufte oder leaste. Völlig normal, wir sind ja ein Wirtschaftsverein. Wir haben dann gesagt OK, wir nennen den Verein „Gemeinsam für Leipzig“ um etwas für die Stadt und für die Kommune zu tun. Die Idee war folgende: Wenn wir mal eine bestimmte Größe erreichen und auch entsprechend namhafte Firmen bei uns als Mitglieder aufgenommen haben, damit wir uns im Grunde selber tragen können. Dann engagieren wir uns für die Stadt sowohl im sozialen, im kulturellen und im sportlichen Bereich.

Sponsorengelder versuchen wir auch für kleinere Dinge z.B. „internationale Plakatausstellung“ zu bekommen. Dies sind dann manchmal nur 600,00 €, da jede Firma 50,00 € gibt, aber davon können die Veranstalter alle Plakate drucken. Dies ist zwar nicht wahnsinnig viel, aber es geht auch keiner zu Grunde daran. Wir fördern auch solche kleinen Einrichtungen, die die meisten Leute hauptsächlich ehrenamtlich machen. Aus reiner Freude und Erhalt einer bestimmten Tradition.

Was ist das Besondere von Gemeinsam für Leipzig?

Das Besondere war schon mit der Gründung klar definiert. Wir wollten ein Verein sein, der die sogenannten Netzwerke aufbaut. Aber wir wollten auch ein Verein sein, wo man menschlich miteinander umgeht. Darum wollten wir nicht riesengroß werden, weil es uns wichtig war unsere Mitglieder zu kennen und auch persönlichen Kontakt zu haben. Das war unsere Philosophie, die wir bis heute aus meiner Sicht haben, denn ich bin seit der Gründung immer im Vorstand gewesen. Die Geschäftsstelle ist erst 2007 gegründet worden, weil das nicht mehr nebenbei zu machen war.
Das ist dann eigentlich der Grund. So wir haben angefangen. Wir haben im Kindergarten gemalert, haben gespendet für Rutschen im Polizeikindergarten usw. Es fing ganz klein an und steigerte sich. Beim Frühjahrsputz Leipzig haben wir unsere Stadt gesäubert. Wir wurden in Schulen aktiv, haben Wände von Graffiti gesäubert, die Bänke gestrichen. Dies waren die kleine Anfänge, aber immer für „Gemeinsam für Leipzig“.

Wo geht es mit dem Verein noch hin, wie viele Mitglieder wollen Sie haben?

Die gefühlte Version ist natürlich nicht begrenzt und auf 100, kann man es nicht festlegen. Es gibt jedes Jahr Zu- und Abgänge. Aus meiner persönlichen Sicht werden wir nicht mal 200-300 Mitglieder. Ich würde eine so hohe Anzahl auch nicht empfehlen, aber ob ich dann noch in dem Verein oder noch der Leiter der Geschäftsstelle bin, das weiß ich nicht. Aber die Strategie ist bis heute, das wir überschaubar groß sind. Ob nun 110 oder 120, aber nicht wie der BVMW oder andere Vereine die 1000 Mitglieder haben.

Was zeichnet für Sie, Wolf Winkler persönlich, Leipzig aus?

Ich lebe schon sehr lange in Leipzig und habe in den ganzen Jahrzehnten viele Leute kennengelernt, die auch heute noch bekannte Maler sind. Und über das Kabarett, in der bildenden Kunst und in der Literatur, habe ich auch über einen langen Zeitraum Leute kennengelernt. Man muss das natürlich auch wollen. Leipzig ist überschaubar, obwohl es keine Kleinstadt ist, dies zeichnet die Stadt auch aus. Man kennt sehr viele Leute, aber man muss auch immer die Kontakte pflegen. Von alleine kommt nichts, also ist es immer eine gegenseitige Befruchtung.

Das ist das was für mich Leipzig ausmacht.

Pressesprecher René Falkner