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Tradition wird bei Gemeinsam für Leipzig, dem Unternehmerverein aus der Messestadt, seit jeher großgeschrieben. Niemand hätte gedacht, dass im vergangenen Jahr eine Tradition begründet wurde, die sich in diesem Jahr fortsetzt: ein Neujahrsempfang mit Preisverleihung, der online stattfindet. Die Pandemie macht es möglich. In diesem Jahr fand die Verleihung des Unternehmerpreises „Leipziger Lerche“, der bereits zum 17. Mal vergeben wird, erneut mit nur sehr wenigen Ehrengästen in der LVZ-Kuppel statt. Sie wurde live per Stream übertragen. Die Vereinsmitglieder konnten sie bequem zu Hause am Computer verfolgen.

Der Preisträger hat sowohl mit Technik als auch mit Tradition zu tun. Die Kirow Ardelt GmbH ist Weltmarktführer bei der Herstellung von Eisenbahnkränen und wurde bereits 1880 in der Messestadt gegründet. In seinem Grußwort stellte Dr. Mathias Reuschel, Präsident von Gemeinsam für Leipzig, fest, dass die Leipziger Unternehmer die Corona-Pandemie nicht nur angenommen sondern, zumindest zum Teil, auch bewältigt haben. So sei die Messestadt überraschend gut durch das Pandemiejahr 2021 gekommen. Sie konnte die höchsten Gewerbesteuereinnahmen seit der Wende verzeichnen und die Zahl der Arbeitslosen nahm im Vergleich zum Vorjahr um 10% ab. Natürlich wird es auch nach der überstandenen Pandemie noch Probleme geben. Dr. Reuschel nannte hier insbesondere die steigenden Energiekosten und den Fachkräftemangel. Zu deren Lösung forderte er von den Politikern Sachpolitik und keine Parteipolitik. Die Unternehmer forderte er zum Handeln auf – gemeinsam für Leipzig.

Der sächsische Staatsminister für Wissenschaft, Sebastian Gemkow, machte sich in seinem Grußwort Sorgen um die Sicherheitslage in Europa und der Welt und deren Auswirkungen auf die sächsische Wirtschaft. Er hatte jedoch auch Grund für Zuversicht und Optimismus. Der Freistaat Sachsen soll zwei neue Forschungszentren bekommen, von denen eins in Leipzig entstehen soll. Anschließend beglückwünschte Oberbürgermeister Burkhard Jung den Verein Gemeinsam für Leipzig zu seinem 20jährigen Bestehen und dankte seinen Mitgliedern für deren Engagement. Er blickte auf das vergangene Jahr zurück, betonte, wie gut es trotz der Pandemie für Leipzig gelaufen sei und hoffte, dass es in diesem Jahr weiter nach vorn geht. Dass die Stadt bisher so gut durch die Krise gekommen sei, liege vor allem an den engagierten Bürgern insbesondere im medizinischen Bereich aber auch an allen anderen, die an „vorderster Front“ stünden, wie zum Beispiel die Kassiererin, der Straßenbahnfahrer oder die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst.

Burkhard Jung sah die Energiewende, die Verkehrswende und die steigenden Mieten als große Herausforderungen an die Zukunft, die gemeinsam gemeistert werden können. Nach einer kurzen Diskussion bat Dr. Reuschel die Mediziner Prof. Dr. Christoph Josten und Dr. Robert Jacob vom Leipziger Uniklinikum nach vorn. Als Dank für die schwere Arbeit der Mediziner und dem Krankenhauspersonal überreicht Gemeinsam für Leipzig an die Intensivstationen der Leipziger Krankenhäuser jeweils einen Präsentkorb mit 100 Leipziger Lerchen als Dank für deren schwere und aufopferungsvolle Arbeit während der Pandemie. Sie werden am kommenden Montag (31. Januar 2022) überreicht.

Laudator des Preisträgers der Leipziger Lerche 2021 war der ehemalige Hamburger Oberbürgermeister Klaus von Dohnanyi, der live aus seiner Heimatstadt zugeschaltet war. Dohnanyi hatte als Kind ein paar Jahre in Leipzig gelebt und war nach der Wende maßgeblich an der Entflechtung des TAKRAF-Kombinats beteiligt, aus dem die Kirow Ardelt GmbH neu gegründet wurde. Bereits damals hatte er mit Ludwig Koehne zusammengearbeitet. Der heutige Geschäftsführer war damals ein junger Ingenieur, der 1994 die Aufgabe übernahm, das Unternehmen mit neuen Produkten am Weltmarkt zu etablieren. Das sei ihm großartig gelungen, weshalb ihm der Preis mit Recht verliehen werde. Die Lerche, so Dohnanyi, sei ein Vogel der am Boden brütet, sich dann aber singend in die Lüfte aufschwingt – so sei die Entwicklung von Kirow Ardelt seit der Neugründung verlaufen. Ludwig Koehne bedankte sich für den Preis, betonte aber, dass er lediglich der Geschäftsführer des Unternehmens sei, dessen Erfolg ohne seinen engagierten Mitarbeitern nicht möglich wäre.

In seiner Dankesrede sprach Ludwig Koehne über die Begegnung mit Menschen, die ihn sehr beeindruckt haben. Unter ihnen der berühmte Architekt Oskar Niemeyer, der einen Teil des Kirow-Firmensitzes gestaltet hat. Nach einem kurzen Film, der eindrucksvoll die Montage eines Eisenbahnkrans zeigte, gratulierte Olaf Klose von der Sparkasse Leipzig dem Preisträger per Videoschalte. Die Preisverleihung der Leipziger Lerche endete mit der Hoffnung, dass im kommenden Jahr wieder alle Mitglieder von Gemeinsam für Leipzig in der LVZ-Kuppel feiern und das Online-Event nur eine sehr kurze Tradition hatte.