Gemeinwohlparlament Leipzig

Seit über einem Jahr ist Gemeinsam für Leipzig durch den Vorstand am Runden Tisch Gemeinwohl Leipzig beteiligt.
2022 wurde der Runde Tisch Gemeinwohl Leipzig gegründet und vereint über 50 Institutionen aus verschiedenen Bereichen der Stadtgesellschaft. Ziel ist es, das Gemeinwohl in Leipzig zu stärken und sichtbar zu machen. Idee war es, ein Gemeinwohlparlament Leipzig zu gründen und dauerhaft zu installieren. Am 5. Dezember war es soweit. Die erste Parlamentssitzung wurde im Neuen Rathaus durchgeführt.
Worum geht es?
Demokratisch, transparent, gemeinwohlorientiert
Das Gemeinwohlparlament verbindet Crowdfunding mit direkter Demokratie: Wer einen jährlichen Gemeinwohlbeitrag von mindestens 60 Euro leistet, erhält eine Stimme – unabhängig von der Beitragshöhe gilt das Prinzip „eine Person, eine Stimme“. Alle Beiträge fließen in einen Gemeinwohltopf, aus dem Projekte gefördert werden, die das Leben in Leipzig verbessern.
„Mit dem Gemeinwohlparlament möchten wir eine neue Form der Bürgerbeteiligung schaffen, die über klassische Beteiligungsverfahren hinausgeht“, erklärt Prof. Dr. Timo Meynhardt von der Handelshochschule Leipzig und zugleich einer der Initiatoren. „Das Gemeinwohlparlament gibt den Menschen die Möglichkeit, Verantwortung für ihre Stadt zu übernehmen und konkrete Projekte zu unterstützen.“
Fokus auf Generationen-Miteinander
Das Jahresthema 2025 lautet „Jung. Alt. Gemeinsam. So geht Leipzig.“ Gesucht werden Projekte, die Begegnungen zwischen verschiedenen Generationen fördern, eine generationenfreundliche Infrastruktur schaffen oder gemeinsames Lernen und Verstehen ermöglichen. Jedes geförderte Projekt erhält mindestens 1.000 Euro – und die Abstimmung darüber liegt in den Händen der Leipzigerinnen und Leipzigern.
Weshalb dieses Motto? Leipzig wird zugleich jünger und älter: Durch Zuzug junger Familien und steigende Geburtenzahlen verjüngt sich die Stadt, gleichzeitig wächst die Zahl von Menschen in hohem Alter. „Diese demografische Entwicklung bringt Chancen und Herausforderungen mit sich. Wir wollen Projekte stärken, die ein gutes Miteinander aller Generationen fördern“, erklärt Prof. Dr. Timo Meynhardt.
Option: Patenschaften ermöglichen breite Teilhabe
Um möglichst vielen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen, gibt es ein Patenschaftssystem: Einzelpersonen oder Unternehmen können durch einen zusätzlichen Beitrag anderen eine beitragsfreie Mitgliedschaft ermöglichen. So können auch Menschen an der Abstimmung teilnehmen, die gerne beteiligt sein möchten, für die aber der Mindestbetrag von 60,- Euro eine zu hohe Hürde darstellt.
Gemeinwohlparlament: Anmeldung über Website
Bürgerinnen und Bürger von Leipzig können sich zur Stimmberechtigung online anmelden und ihre Spende überweisen. An gleicher Stelle können sich dann Projekte um eine Förderung bewerben.
Klare Kriterien und transparenter Ablauf
Ein Kuratorium prüft, ob sie die Förderkriterien erfüllen und zum Jahresthema passen, und gibt es dann zur Abstimmung frei. Diese Abstimmung findet jährlich bei der offiziellen Parlamentssitzung des Gemeinwohlparlaments im Rathaus statt. Dort stimmen die Mitglieder ab, welche Projekte gefördert werden. Die Veranstaltung ist auch online verfolgbar.
Das Gemeinwohlparlament wird wissenschaftlich begleitet und soll jährlich stattfinden.
Weitere Informationen und Anmeldung unter:
www.gemeinwohlparlament-leipzig.de
https://www.forumgemeinwohl.org/runder-tisch-leipzig
Heiko Richter